Wir sind noch da!

Aufgrund von verschiedenen Umständen ging es zuletzt eher im Hintergrund mit BTX und der Zentrale Neu-Ulm weiter. Sei es das es Umzüge von beteiligten Personen gab, Corona die Motivation ziemlich kaputt machte oder die Hardware mal nicht mehr das macht, was sie soll. Und das Leben außerhalb von BTX hat auch immer wieder Arbeit und Aufmerksamkeit gefordert. Wir sind nicht weg – wir sind aktiver als man vielleicht denken mag. Auch bei BTX.

Zum Beispiel wird derzeit im Hintergrund an einer neuen Version von Neu-Ulm gearbeitet, bzw. komplett neu geschrieben damit auch Andere leicht sich in die Software einarbeiten und dann auch ihre eigenen Beiträge dazu leisten können. Auf das es in Zukunft noch besser läuft.

Wir sind noch da – manchmal aber auch einfach nur im Hintergrund. So ist auf der Mailingliste halt auch nur ab- und zu mal was los, aber auch nicht alles hat es auf die Mailingliste geschafft, so wie in der letzten Zeit z.B. neue Hardware.

Liebe Grüße
Hammi

Der Grundig BT 1000 Video- Bildschirmtext Dekoder

Der BT-1000 ist ein kombinierter Videotext und Bildschirmtext Dekoder.

Hauptgerät
Einschubmodul das in das Fernsehgerät geschoben wird

Da dieses Gerät aus dem Versuchsbetrieb ist, ist es noch ein Prestel Gerät. Laut einem Werbeprospekt wurde nur eine „begrenzte Zahl“ dieser Dekoder gebaut, „über die inzwischen verfügt wurde“.

Was ist da also drin?

Blick auf das Gerät von oben mit beschrifteten ICs

Oben sieht man das Netzteil und die Anschlüsse. Darunter ist die breite Hauptplatine. Auf der rechten Seite ist der SAA50xx Chipsatz für Videotext. Auf der linken Seite ist ein kleines 8053 System mit 2 Kibibytes ROM für die Software. Was ungewöhnlich ist, ist dass da ein UART IC drin ist.

Ansicht des Gerätes von unten

Von unten sieht man oben das Netzteil sowie die gelbe „Interface-Platte“ und rechts eine kleine Platine die vermutlich die Verbindung zum Bandlaufwerk dar stellt.

Die „Interface-Platte“ enthält 2 Kibibytes an EPROM, und einige Schieberegister. Einen Mikrocontroller konnte ich da noch nicht finden.

So bald ich mal wieder Zeit habe untersuche ich das Gerät mal genauer.

Einige Aspekte des BTL Formates

Beim Abgleichen der BTL-Dateien mit der Batch-Download-Spezifikation (FTZ 157 D2 BULK) habe ich festgestellt, dass beide identisch sind.

Es ist wirklich so, dass jeder 2048-Byte Block genau eine Seite enthält. Seitenzahlen werden in einem modifizierten BCD-Format gespeichert. Dabei wird jede Ziffer um eins erhöht. Die Null ist das Endezeichen.

Seiten haben einen Bereich für die „Dekoderinformationen“ und den „Aufbaucode“ auch noch die Daten der ersten und letzten Zeile. Außerdem können auch noch Felder definiert werden, wohl für „Dialogseiten“. Seiten können auch andere Mutterseiten mit einbinden. Die Auswahlmöglichkeiten sind auch in diesen 2048 Bytes enthalten.

BTX-Flut Setup auf dem DIVOC

Da dieses Jahr das Easterhack auf Grund von COVID 19 ausfiel, gab es als Ersatz den virtuellen Kongress DIVOC, das „DIgital Verteiltes Online Chaos“.

Dazu gab es ein BTX-Terminal mit dem jeder spielen konnte. Um die Schwelle dafür möglichst klein zu machen ist die Schnittstelle zum Hacker ganz einfach UDP. Ein kleines Programm nimmt die UDP-Pakete entgegen, limitiert die Datenmenge auf 120 Zeichen pro Sekunde. Ein Multitel-21 mit dem Raspberry Pi D-BT-03 Emulator bekommt die Daten und stellt sie dar. Das Bild wird dann von einer Webcam gefilmt und über ein Jitsi-Meet verbreitet.

Hardware in meinem Wohnzimmer. Wichtig ist, dass das Badetuch möglichst nicht die Lüftungsschlitze bedeckt.
So sah das im Stream aus.

Auf zukünftigen (virtuellen) Events könnte man das noch professioneller machen. Zum Beispiel könnte man mit einem besseren Framegrabber den Stream direkt erzeugen, oder das Ergebnis als Projektion irgendwohin werfen.

(Update) Seit Veröfentlichung des Artikels haben jetzt auch einige Leute ihren Code dazu veröffentlicht. https://github.com/Eigenbaukombinat/btxfltclnt

(Update 2) Ich hab noch ein den Code des Servers und ein paar Demos veröffentlicht. https://github.com/bildschirmtext/btx_flut Ich freue mich über Beiträge.

Der neue DBT-03 Emulator

In letzter Zeit wurde der Raspberry PI basierte DBT-03 Emulator fertig.

Jetzt ist man nicht mehr auf wackliges WLAN angewiesen. Man kann jetzt im Prinzip sogar die Serversoftware direkt auf dem Gerät ausführen.

Das Projekt findet man auf Github https://github.com/bildschirmtext/rpi-dbt03 Platinen kann man im 3-er Pack von Aisler fertigen lassen. https://aisler.net/p/KISJVUNX0 Falls jemand mehr davon fertigen lässt wäre ein Austauschprogramm nett.

Die Schaltung hat jetzt auch Optokoppler drin, so dass das Terminal potentialfrei angebunden werden kann. In der Schaltung ist aber ein 1 Megaohm Widerstand um statische Aufladungen abzuleiten.

Der Mikrocontroller ein ATMega8L wird über SPI angesprochen. Im Prinzip empfängt der Befehlt vom Raspberry PI und antwortet darauf. Der ATMega wickelt den UART zum Terminal in Software ab. Dafür läuft mit 1200 Hz eine ISR. Die selbe ISR erzeugt auch die ganzen Töne. Das Protokoll ist im Repository dokumentiert. Einzelne Details muss man da aber noch aktualisieren. Im Repository ist auch die Firmware drin, inklusive einem Makefile welches auch gleich den Mikrocontroller flasht. Dazu ist es aber meistens notwendig in /etc/avrdude.conf die Geschwindigkeit des verwendeten „Linux-SPI“ Programmers zu reduzieren. Unprogrammierte ATMegas laufen nur mit 1 MHz über den internen RC-Oszillator weshalb die Programmierung langsamer laufen muss. Später geht das dann auch schneller.

Pinout der DBT-03 Buchse (männlich)

DIN-Steckverbinder haben ein Problem, sie sind spiegelsymmetrisch. Leider sind viele dieser Steckverbinder nicht durchnummeriert was die Nutzung relativ schwierig macht.

Allerdings haben wir hier einen Vorteil. Die ED-Leitung hat meistens einen Pull-Up Widerstand Richtung 5V. Somit kann man bei eingeschalteten Dekoder 5V an dieser Leitung messen. Damit das nicht jeder immer wieder machen muss, und da ich das jetzt eh gerade machen muss, hier die Belegung als Bild.

Ausblick auf den neuen DBT-03 Adapter

Der Prototyp des Adapters

Nachdem wir auf dem 36c3 festgestellt haben, dass die ESP32-Module quasi gar nicht im Congress-WLAN funktionieren, kam der Entschluss das man eine verkabelte Lösung braucht.

Der momentane Ansatz sieht wie folgt an. An einen Raspberry Pi wird per SPI ein ATMega 8 angebunden, welcher dann per Optokoppler an das Terminal angebunden wird.

Die Idee ist wie folgt. Wir brauchen um ein DBT-03 zu emulieren nicht nur 1200/75 asynchrone Daten, sondern auch noch einige Signale, die ein UART nicht liefern kann. Zum Beispiel einen 440 Hz und einen 1700 Hz Ton, sowie einige Gleichspannungspegel.

Die naheliegende Lösung ist es einen Timer so einzustellen, dass er mit einer für das Signal passenden Frequenz Interrupts feuert und man dann den Rest in Software macht. So wurde das scheinbar auch in einigen Terminals realisiert. (z.Bsp Loewe Multitel)

SPI deshalb, weil der UART bei einigen Raspberry Pi-Modellen nicht zuverlässig funktioniert. Außerdem kann man dadurch auch den ATMega direkt programmieren. avrdude gibs auch auf den Raspberry Pi und das sollte auch direkt so den Controller flashen können, völlig unabhängig von eventuellen Bootloadern.

Der Prototyp ist noch ein wenig kostenoptimiert auf einer möglichst kleinen Platine. Natürlich kann man das auch auf eine Europlatine packen um das dann in ein original DBT-03 Gehäuse zu packen. Dann würde man zweckmäßigerweise auch gleich einen Schaltregler für die Spannungsversorgung einbauen, oder gar auf Power over Ethernet zugreifen.

Der momentane Stand dieses Projekts ist jetzt auch auf github unter https://github.com/bildschirmtext/rpi-dbt03